Erfolg ist für mich, das, was ich tue, gut zu tun, mit Achtsamkeit und Liebe.

Dies ist mein Leitsatz, der mich schon viele Jahre begleitet. Ich las diesen Satz irgendwann in einer Zeitschrift. Wer ihn gesagt hat,  weiß ich nicht mehr.  Da er mein Gefühl für die Dinge, die ich tue, zum Ausdruck bringt, habe ich ihn für mich übernommen.

Für mich ist es wichtig, dass die Menschen, sich respektiert und anerkannt fühlen. Ich möchte das Gefühl vermitteln, dass man sich in der Gruppe „ausweinen“ darf, dass man Schwäche zeigen darf, ohne kritisiert und bewertet zu werden. Die Gruppe hilft einem, Erkenntnisse zu erlangen, Wege auszuprobieren und schließlich gestärkt aus dem Treffen zu gehen, aber wenigstens doch verstanden. „Im therapeutischen Theater wird ein anonymer durchschnittlicher Mensch fast so etwas wie ein Kunstwerk – nicht nur für andere, sondern auch für sich selbst. Eine winzige unbedeutende Existenz wird hier auf eine Ebene von Würde und Respekt erhoben. Dessen persönliche Probleme werden auf eine hohe Handlungsebene vor ein spezielles Publikum getragen…Die Welt, in der wir alle leben, ist unvollkommen, ungerecht und amoralisch, aber im therapeutischen Theater kann ein ganz normaler Mensch über unsere alltägliche Welt hinauswachsen. Hier wird sein Ego zu einem ästhetischen Prototyp – er wird zum Stellvertreter der Menschheit. Auf der psychodramatischen Bühne wird er in einen Zustand der Inspiration versetzt – er selbst ist der Dramatiker…“ (Moreno) Jeder einzelne ist Mittelpunkt seines Lebens und es ist seine Pflicht, das Beste für sich zu tun. Nur so kann er auch für seine Mitmenschen sein Bestes geben.

Dass das Psychodrama diese Vorgehensweise impliziert, ist ein Grund, warum ich darauf schwöre. Keine Ratschläge, keine  vorgefertigten Lösungsstrategien – das ein weiterer. Die Menschen, mit denen ich bisher in Gruppen  gearbeitet habe und noch arbeite, sind voller Dankbarkeit dafür. Sie fühlen sich auf diese Weise ernst genommen, als Person angenommen und sie fühlen sich mit ihren Sorgen nicht allein. Moreno hat als Mensch meine vollkommene Sympathie. Für ihn war der Mensch immer wichtiger als Theorien und wissenschaftlicher Erfolg.  Ich verstehe Moreno auf einer Ebene, die sich schwer in Worte fassen lässt und da fühle ich mich ihm auch am meisten verbunden. „Der Mensch ist ein kosmischer Mensch, nicht nur ein sozialer oder ein individueller Mensch…“(Moreno) Ich bin nicht nur Pädagogin und Psychodramatikerin, ich bin auch eine Frau, die Antworten auf die Mysterien des Lebens und des Todes sucht. Morenos Sicht auf die Dinge ist von tiefer Menschlichkeit, von großer Achtung und von Liebe geprägt. Er ist offen für viele Antworten und er schließt auch ein, dass wir nicht auf alles eine Antwort haben können. Wir sind Teil eines größeren Ganzen und das muss eine Therapie berücksichtigen: „Eine therapeutische Methode, die sich nicht um diese ungeheuren kosmischen Implikationen, um das eigentliche Schicksal des Menschen kümmert, ist unvollständig und unangemessen.“ (Moreno) Auch wenn ich keiner Religion angehöre, fühle ich doch eine tiefe Verbundenheit zu etwas Größerem, wie auch immer es genannt wird, sei es Gott oder Universum oder Kosmos. Das lebe ich und das ist Bestandteil meiner Arbeit: „Erfolg ist für mich, das, was ich tue, gut zu tun, mit Achtsamkeit und Liebe.“