Burnout: Keine Managerkrankheit, sondern Krankheit schlecht geführter Angestellter

Stress am Arbeitsplatz, Stress-Krankheiten

Das Burnout-Syndrom gilt noch immer als eine der typischen Krankheiten von Managern. Allerdings ist dies falsch, denn in der Realität leiden weniger die Chefs sondern deren Untergebene an Burnout.

Besonders schlecht geführte Mitarbeiter leiden an dem Erschöpfungssyndrom. Dabei spielt das Fremdbestimmtsein eine Rolle. Die Untergebenen werden durch die nicht selbstständige Arbeit krank. Dabei spielt die Last der Arbeit eine untergeordnete Rolle.

In den Gesundheitsreportagen der Krankenkassen ist die Zunahme der Erkrankungen deutlich zu erkennen. Man sollte also das Bild des überforderten Managers gegen das des unter schlechten Arbeitsbedingungen leidenden Angestellten tauschen, so das Fazit des „Handelsblattes“.

Quelle: http://www.shortnews.de/id/1035887/burnout-keine-managerkrankheit-sondern-krankheit-schlecht-gefuehrter-angestellter

Das Handelsblatt als Quelle von der Shortnews genannt, hat ein sehr umfangreichen Artikel verfasst. Nachfolgend ein Auszug und Link zum Handelsblatt Artikel:

Schlechte Chefs lassen ihre Leute ausbrennen

Der Burnout gilt immer noch als typische Managerkrankheit. Eine Legende! Tatsächlich leiden nicht Chefs, sondern Untergebene. Der Grund sind unpassende Bedingungen, vor allem ein Mangel an Freiheit.

Düsseldorf. Boris Jelzin hat kurz vor seinem Tod einem Reporter seine Lebensmaxime anvertraut: „Ein Mann muss leben wie eine große, lodernde Flamme und leuchten so hell wie er kann. Am Ende brennt er aus. Aber das ist besser als eine armselige kleine Flamme zu sein.“

Ausgebrannt. Burned out. Da stellt man sich einen leistungsbereiten und erfolgreichen Lenker und Leiter vor, der für seine Sache so sehr brennt, dass er irgendwann einfach keinen Brennstoff mehr hat. Kein Wunder also, dass der Begriff Burnout, obwohl keine medizinische exakte Diagnose, so populär ist. Ausgebrannt durch Arbeit, das kommt in einer Gesellschaft, die nur noch Leistung als zentrales Kriterium für Status akzeptiert, als Grund für einen seelischen Zusammenbruch besser an als eine medizinisch exakt diagnostizierbare Depression.

Sie haben den falschen Job, wenn…

Lesen Sie weiter auf: http://www.handelsblatt.com/unternehmen/buero-special/burnout-schlechte-chefs-lassen-ihre-leute-ausbrennen/8414786.html

 

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Burnout-Frühverrentungen erreichen Rekordwerte

Mehr Burnout-Fälle

Jobkiller Psychostress

Burnout und psychische Erkrankungen entwickeln sich zur Volkskrankheit: 73 200 Arbeitnehmer gingen im vergangenen Jahr mit dieser Diagnose vorzeitig in Rente. Seit dem Jahr 2000 steigt die Zahl dramatisch. Jetzt will die Regierung stärker gegen Psychostress vorgehen.
Sie wolle „Hand in Hand mit Arbeitgebern, Gewerkschaften und Unfallkassen erarbeiten, welche Programme und Konzepte und konkreten Regeln Belegschaften wirksam vor psychischen Belastungen schützen können“, sagte Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) der „Welt am Sonntag“. Die Bundesregierung hatte Ende Dezember erstmals durch zwei Änderungen im Arbeitsschutzgesetz klargestellt, dass auch übermäßige psychische Belastungen am Arbeitsplatz ein Gesundheitsrisiko darstellen können.Vor allem in kleineren Unternehmen stehen psychische Erkrankungen nicht auf der Tagesordnung. Laut der Januar-Ausgabe des „Stressmonitors“, der im Auftrag des Arbeitsministeriums erhoben wird und aus dem die „Welt am Sonntag“ zitiert, nehmen sich nur 16 Prozent der Betriebe mit weniger als zehn Mitarbeitern des Themas an. Bei Betrieben mit bis zu 49 Mitarbeitern beträgt der Anteil 27 Prozent. „Wir müssen dazu lernen und handeln“, sagte von der Leyen. Wenn das Thema in mittelständischen Firmen wenig Beachtung finde, dann stecke dahinter „kein böser Wille, sondern eher Hilflosigkeit und Unwissen, was zu tun ist. Das gilt vor allem für die kleinen Unternehmen, die in der Regel keinen Betriebsarzt haben“, sagt von der Leyen in der Sonntagszeitung.

Rasanter Anstieg der Erkrankungen seit 2008

Vier von zehn Arbeitnehmern in Deutschland, die vorzeitig aus dem Erwerbsleben ausscheiden, sind psychisch krank. Das geht aus Statistiken der Deutschen Rentenversicherung (DRV) hervor. Demnach machten im Jahr 2011 rund 41 Prozent der Arbeitnehmer, die eine Erwerbsminderungsrente beantragten, Depressionen, Angstzustände oder andere psychische Erkrankungen geltend – ein neuer Rekordwert. Im Jahr 2000 hat dieser Anteil bei 24 Prozent gelegen; bis 2010 war er auf 39 Prozent gestiegen.

Psychische Belastung ist für Frauen höher

Frauen sind überproportional betroffen. Laut DRV sind 48 Prozent der Frauen, die arbeitsunfähig werden, psychisch krank; unter Männern erreicht der Anteil 32 Prozent. Der gesundheitspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Karl Lauterbach, sagte, vor allem die schlechte Vereinbarkeit von Familie und Beruf in vielen Betrieben mache viele Beschäftigte seelisch krank. „Das erklärt, warum weit häufiger Frauen als Männer aus psychischen Gründen arbeitsunfähig werden“, so Lauterbach. Psychische Erkrankungen sind der häufigste Grund für ein unfreiwilliges vorzeitiges Ausscheiden aus dem Beruf – vor Herz-Kreislauf- oder Krebserkrankungen.


Jobkiller Psychostress: Burnout-Frühverrentungen erreichen Rekordwerte – weiter lesen auf FOCUS Online: http://www.focus.de/politik/deutschland/jobkiller-psychostress-burnout-fruehverrentungen-erreichen-rekordwerte-_aid_889366.html
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Immer mehr Fehltage wegen psychischer Erkrankungen

Stress am Arbeitsplatz, Stress-Krankheiten

Stress am Arbeitsplatz

53,5 Millionen Fehltage im Jahr 2011: Die Zahl der Krankschreibungen wegen psychischer Erkrankungen und Verhaltensstörungen ist rapide gestiegen. Die Gründe für den Anstieg sind einer Studie zufolge vielfältig. Dennoch sieht die Bundesregierung offenbar keinen Bedarf für neue Gesetze gegen Stress im Beruf.

Die Zahl der Fehltage wegen psychischer Erkrankungen ist einem Langzeit-Vergleich zufolge drastisch gestiegen. Laut dem Bundesarbeitsministerium waren es 2001 deutschlandweit noch 33,6 Millionen Arbeitsunfähigkeitstage. Im Jahr 2010 waren es bereits 53,5 Millionen, wie die Frankfurter Rundschau unter Berufung auf eine Anfrage der Bundestagsfraktion der Linkspartei berichtet. Der Anteil solcher Fälle an allen Arbeitsunfähigkeitstagen kletterte demnach von 6,6 auf 13,1 Prozent.

Als Gründe werden steigende Anforderungen, erhöhte Eigenverantwortung, höhere Flexibilitäts-Anforderungen und nicht-kontinuierliche Beschäftigungsverhältnisse genannt. Viele Leiharbeiter würden unter Rahmenbedingungen arbeiten, „die die Gesundheit negativ beeinflussen können“, heißt es in der Studie.

Besonders gefährdet sind demnach Frauen: 2010 gingen etwa 39.000 weibliche Beschäftigte aufgrund psychischer Erkrankungen in die Erwerbsminderungsrente. Dies entspreche fast einer Verdoppelung im Vergleich zum Jahr 2000.

Die Bundesregierung sieht laut dem Bericht keinen Bedarf für neue Gesetze gegen Stress. Es gelte zunächst, den Wissens- und Kenntnisstand zu verbreitern. Erst dann könne entschieden werden, ob man konkrete Schutzmaßnahmen vorschreiben müsse, zitiert die Zeitung aus der Antwort auf die Anfrage. Die Linken-Bundestagsabgeordnete Jutta Krellmann verlangt dagegen schnelles Handeln. Sie fordert eine Eindämmung von Leiharbeit und befristeten Verträgen sowie eine Anti-Stress-Verordnung.

Quelle

http://www.sueddeutsche.de/karriere/stress-am-arbeitsplatz-immer-mehr-fehltage-wegen-psychischer-erkrankungen-1.1345129

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