Woran denken Sie, wenn Sie dieses Foto sehen? Wann haben Sie sich das letzte mal so richtig verwöhnt, sich Ruhe und Entspannung gegönnt? Wie gut sind Sie zu sich selbst? Burnout ist ein ernstzunehmendes Problem. Nur Sie können dem entgegen wirken. Wer soll für Sie sorgen, wenn Sie es nicht selbst tun?

In meiner Tätigkeit als Supervisorin in verschiedenen Helferberufen begegnen mir immer wieder Menschen, die Symptome von Burnout aufweisen. Mir ist es ein Anliegen, Symptome von Burnout möglichst frühzeitig zu erkennen, um dem weiteren Verlauf entgegen wirken zu können. Supervision soll auch den Raum bieten, sich im geschützten Rahmen mit dieser Thematik auseinander zu setzen und Lösungsstrategien zu erarbeiten. Neben Supervision biete ich Einzel- und Gruppenarbeit zu dieser Thematik an.

Informationen zu Burnout

Der Beginn der Burnoutdiskussion geht auf den Psychoanalytiker Herbert J. Freudenberger zurück, der 1974 in einem Aufsatz die Symptome physischer und psychischer Erschöpfung von ursprünglich engagierten Helfern beschrieb.

„Das Burnout, Ausbrennen (Aronson et. Al.,1983), manchmal auch Erschöpfungssyndrom genannt (Freudenberger, 1980), ist in den letzten Jahren unter Helferinnen und Helfern ein geläufiger Terminus geworden. Es wird als schleichend beginnender  oder abrupt einsetzender Erschöpfungszustand körperlicher, geistiger oder gefühlsmäßiger Art  in Beruf, Freizeit, Freundeskreis, Partnerschaft und Familie beschrieben, oft verbunden mit Aversion, Ekel und Fluchtgedanken. Im Vorfeld ist dabei langandauernde Überforderung ohne angemessenes Korrektiv charakteristisch.“ (Fengler)

Betroffen sind häufig die sogenannten Helferberufe, wobei auch in anderen Berufsgruppen Burnout ein bekanntes Erscheinungsbild ist.

Im Verlauf der Zeit können sich bei Helfern und Helferinnen, wenn sie dem nicht entgegen wirken, Symptome einstellen, die auf ein Burnout hinweisen. „Burnout-Erscheinungen: Widerwille gegen Klienten, Schuldgefühle, Fehlentscheidungen, psychosomatische Erkrankungen, Unfälle, Selbsttötungs- und Fluchtgedanken, Krankheitstage, Kündigungsphantasien usw.“ (Fengler)

Wolfgang Hagemann beschreibt die Symptomatik des Burnout anhand der drei Bereiche Körper, Geist und Seele. Im Bereich Geist kann es zu Konzentrationsstörungen, Denkhemmungen oder –blockaden, Entscheidungsunfähigkeit, Merk- und Erinnerungsschwierigkeiten, Interessen- und Leistungsverlust kommen. Der Körper kann auf jeder möglichen Ebene reagieren und durch Krankheiten eine Überbelastung anzeigen. Ich möchte hier nur auf Herz-Kreislauf-Probleme und Verdauungsstörungen bis hin zu Magengeschwüren hinweisen. Sehr häufige Erscheinungen bei Lehrern sind auch Erkrankungen der Sinnesorgane wie Tinnitus, Verlust von Geruchs- oder Geschmackssinn oder auch Sehstörungen. Im Bereich der Seele zeigen sich Anzeichen von Burnout im sozialen Rückzug, depressiver Grundstimmung, Motivations- und Antriebslosigkeit bis hin zu suizidalen Gedanken. Auch Ängste, Verlust von Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl, Hoffnungs- und Perspektivlosigkeit sowie der Verlust von Spontaneität und Kreativität sind häufige Symptome (vgl. Hagemann, S. 251 ff.).

Schmidbauer beschreibt drei Phasen des Burnouts. In der Anfangsphase ist eines der Signale  Überengagement. „Die Betroffenen sind eher überaktiv, fühlen sich unentbehrlich, verleugnen eigene Bedürfnisse, um die helfende Rolle perfekt durchzuhalten.“ (Schmidbauer, S. 15 ff.) In der zweiten Phase, der Einbruchphase wird klar, dass die Betroffenen ihren eigenen Ansprüchen nicht gewachsen sind. „Chronische Müdigkeit und Unlust, die Arbeit zu beginnen, sind erste Warnsignale.“ (Schmidbauer) Urlaub bringt nicht mehr die gewünschte Erholung, die Distanz zu den Klienten wächst, die eigene Unlust wird auf andere übertragen. Es kommt vor, dass die Betroffenen Aggressionen entwickeln, entweder gegen sich selbst oder gegen Kollegen, häufig auch gegen Klienten. „In harmloseren Fällen sind die ‚Schuldigen’ weiter weg – die Ärzte, die Gesundheitspolitiker, die Krankenhausverwaltung. Klagen und Schuldzuschreibungen in einem Burnout-Zustand sind geradezu das Gegenteil von Versuchen die eigenen Arbeitsbedingungen zu verbessern. Es werden keine konkreten Schritte unternommen, Vorgesetzte in die Pflicht zu nehmen, um Missstände zu beseitigen. Solche Bemühungen werden als hoffnungslos  beurteilt und die eigene Opferrolle kultiviert.“ (Schmidbauer) Als letzte Phase folgt die Abbauphase, in welcher es zum Leistungsabbau kommt. Es kommt bei den Betroffenen zu Konzentrationsstörungen, körperliche Symptome wie Schlaflosigkeit oder verschiedene Krankheitsbilder kommen hinzu. Auch Medikamenten- oder Suchtmittelmissbrauch treten auf. In dieser Phase erfasst das Burnout auch die nichtberuflichen Bereiche. Das Privatleben wird erheblich beeinflusst, Trennung und Rückzug können Folgen sein. Häufiger als der extremen Abbauphase begegnet man dem kompensierten Burnout. „Dazu gehören die Berufstätigen, die einen inneren Ausstieg aus dem Beruf verbergen, um keine Schwierigkeiten zu bekommen. Sie leisten Dienst nach Vorschrift…“ (Schmidbauer, S. 18)

Literaturhinweise

  • FENGLER, Jörg: Helfen macht müde. Zur Analyse und Bewältigung von Burnout und beruflicher Deformation. Stuttgart: Pfeiffer bei Clett-Kotta 1991
  • HAGEMANN, Wolfgang: Burn-Out bei Lehrern. Ursachen, Hilfen, Therapien. München: Verlag C.H.Beck 2003
  • PÜHL, Harald; SCHMIDBAUER, Wolfgang (Hrsg.): Supervision und Psychoanalyse.
  • Selbstreflexion der helfenden Berufe. Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuch Verlag 1991
  • SCHMIDBAUER, Wolfgang: Helfersyndrom und Burnoutgefahr. München: Urban und Fischer 2002